Freie Software und Bildung e.V. - Zur Leitseite
 
Freies Internet !
 
aktualisiert:  27. 07. 2001
 
Peer-to-Peer-Netze machen Internet unkontrollierbar
 
Welt-Festplatten-Ring durch Gnutella
 
Rettet das freie Internet
 
 
Peer-to-Peer-Netze
 
Ein Großteil der nachfolgenden Informationen basiert auf einem Artikel in der taz vom 22. Februar 2001 - Seite 17. ->Internetseite ->Gleiche unter Gleichen. Autor: Erik Möller  (moeller@scireview.de)
 
Nicht eingearbeitet ist der Artikel in der taz am 26. Juli 2001 "Napster ohne Napster" auch von Erik Möller. Es geht dabei um aktuelle Alternativen zu Napster, das ja von Bertelsmann gekauft wurde und kommerzialisiert werden soll.
 
 
Die Info-Anarchisten (www.infoanarchy.org)
 
informieren über Projekte, die ähnliche Ziele verfolgen wie Gnutella oder Freenet.
 
Groove Networks von Ray Ozie  (www.groove.net)
 
Nutzer können geschlossene Gruppen bilden, die in verschlüsselter Form zusammenarbeiten.
 
Online-Magazin Slashdot von Rob Mal  (www.slashdot.org)
 
Nutzer können auch Beiträge einsenden. Um das Niveau zu halten, werden die Beiträge von Moderatoren bewertet.
 
Juxtapose von Bill Joy (Sun Microsystems)
 
JXTA-Standart entwickelt, nach dem Rechner miteinander kommunizieren sollen, um beliebige neue Anwendungen realisieren zu können.
 
Systeme Gnutella nutzen Programme oder sind die Grundlage für Programme wie die folgenden:
  • Bearshare  (www.bearshare.com)
  •  
  • FirstPeer (www.firstpeer.com) - scheint vom Netz zu sein - als Suchbegriff noch interessant
     
    Diese Firma entwickelt eine Software, die auf Gnutella-Basis mit Kleinanzeigen einen riesigen Flohmarkt erzeugt. Eine Zensur ist hier nicht mehr möglich.
  •  
     
     
    Freenet von Ian Clarke  (www.freenetproject.org)
     
    Um jedes vorstellbare Zensurgesetz zu unterlaufen, gibt es Freenet, die perfektionierte Informationsanarchie. Freenet soll die anonyme Speicherung und den Abruf beliebiger Informationen auf einer Art riesiger virtueller Festplatte erlauben. Das System kommt ohne zentrale Autorität aus, die man verklagen könnte.
     
    Die technischen Herausforderungen sind groß. Einige davon sind:
  • Man muss verhindern, dass einzelne Nutzer überlastet werden.
  •  
  • Man muss die tatsächliche Verfügbarkeit garantieren und gleichzeitig auch die Anonymität gewährleisten.
  •  
     
    Informationsquellen:
  • freenet.sourceforge.net
  •  
  • Artikel in der taz vom 17. August 2000 - Seite 17. ->Internetseite ->Anonyme_Nachbarn. Autor: Erik Möller  (moeller@scireview.de)
  •  
  • Artikel in der taz vom 4. Januar 2001 - Seite 17. ->Internetseite ->Die Herrschaft der Server geht zu Ende Autor: Erik Möller  (moeller@scireview.de)
  •  
     
    Gnutella, ein Programm von nur 100k, schafft durch die Vernetzung der Festplatten aller gerade aktiven Teilnehmer eine Tauschgemeinschaft für Daten. Jeder Teilnehmer legt fest, welche Dateien er freischalten will. In der Liste der gemeinsamen Dateien lässt sich suchen und das Gewünschte herunterladen. Die Suchfunktion erlaubt es zu überprüfen, wer gerade nach welchen Dateien sucht.
     
    Es gibt keinen zentralen Server. Man benötigt lediglich die Internetadresse eines Mitglieds dieses Tauschrings und wird dann dadurch mit allen gerade aktiven Teilnehmern verbunden. Eine Einstiegsadresse findet man zum Beispiel im IRC-Chat. Eine solche anarchistische Struktur ist kaum angreifbar. Die Adressen der Teilnehmer ändern sich ständig. Auch der Internet-Port, über den die Daten übertragen werden, kann angepasst werden.
     
    Die BetaVersion ist noch unausgereift, die Programmoberfläche gewöhnungsbedürftig und wichtige Funktionen fehlen noch, zum Beispiel die Verwendung komplexer Suchmuster.
     
    Bevor die Internetseite bei Nullsoft gesperrt wurde, wurde die BetaVersion auf verschiedenen Servern gespiegelt. Eine Übersicht hierüber bietet gnutella.nerd-herd.net. Inzwischen wurden Klone entwickelt obwohl der Quellcode des Originals noch nicht zur Verfügung steht. Informationen über Gnutella dürften unter Slashdot zu finden sein.
     
    Diese Informationen stammen aus einem Beitrag von Erik Moeller (moeller@okay.net) in der taz.
     
    Dringend zu empfehlen ist ein Artikel in der taz vom 4. Oktober 2000 - Seite 13:
     
    Rettet das Internet!
     
    Die Vorstellung, dass die Freiheit im Internet wohl grenzenlos ist, entspricht nicht mehr der Wirklichkeit.
     
    Das Internet - in seiner ursprünglichen Konstruktion - sicherte die Freiheit der Kommunikation und förderte gleichzeitig Wettbewerb und Innovation.
     
    Die Struktur des Internets beruhte auf zwei Prinzipien, nämlich
  • dem Ende-zu-Ende-Prinzip und
  •  
  • dem Open-Source-Prinzip.
  •  
     
    Ende-zu-Ende-Prinzip bedeutet, dass nicht zur Diskussion stand, was durch das Netz lief. Das Netz war "dumm", es hat keine Kontrolle über die Inhalte. Damit waren die freie Rede und die Privatsphäre geschützt, notwendige Voraussetzungen für das Recht auf Selbstbestimmung und für eine funktionierende Demokratie.
     
    Und an den Enden konnte jede beliebige Software eingesetzt werden. Das Netz konnte nicht bestimmen, welche Anwendungen laufen sollten oder welche (Art von) Inhalten zugelassen werden. Damit hatten gute Programmierer die Chance sich mit innovationen Produkten im Markt durchzusetzen.
     
    Durch das Open-Source-Prinzip stand der Quellcode allen offen. Eine solche Plattform ist wettbewerbsneutral und lädt geradezu dazu ein, sich innovativ dieser Resourcen zu bedienen.
     
    Cookies zum Beispiel sowie digitale und biometrische Zertifizierungstechnologien heben die Anonymität der Netzteilnehmer auf und ermöglichen so eine Kontrolle und damit eine Reglementierung und Überwachung - auch durch staatliche Instanzen.
     
    Die Betreiber der neuen Breitbandnetze streben eindeutig nach Monopolisierung. Sie entscheiden - schon heute - als Eigentümer der Netze, welche Inhalte befördert werden und zu welchem Preis. So wird zum Beispiel von einem der Größten in den USA, AT&T, die Computer-Videoübertragung eingeschränkt.
     
    Viele glauben, dass das Internet eine "natürliche" Struktur habe, die Freiheit und Wettbewerb sichern würde. Das war einmal. Das Internet ist eine rein soziale Konstruktion, von Menschen gemacht. Seine ursprüngliche Struktur und Funktion wird verändert von Menschen, genauer von der Wirtschaft. Sie strebt nach gesicherten Monopolen, nach Macht. Der Macht zu entscheiden, wer was in den Netzen darf. Sie erhalten damit Einfluss auf das Verhalten der Einzelnen und auf das Verhalten ihrer Mitwettbewerber.
     
    Es liegt an uns, ob wir es zulassen, dass das Netz in dieser Weise verändert wird.
     
    Rettet das Internet!
     
    Eingehender und differenzierter geht Lawrence Lessig, dessen Ausführungen ich hier versucht habe anzureißen, in dem oben erwähnten Artikel in der taz auf dieses Thema ein.
     
    Lessig lehrt Rechtswissenschaften an der Stanford Law Scool und ist Mitglied des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School.
     
    Der Artikel in der taz ist ein gekürzter Vorabdruck aus: Transit 19, "Triumph des Marktes?", Verlag Neue Kritik
     

     
    Ergänzende Hinweise bitte an:    Hans-Josef Heck     -  hjh"@antispam at"mail.fsub.de