Die Vorteile offener und freier Betriebssysteme im Bildungswesen lassen sich
nur nutzen, wenn die für den Einsatzzweck erforderliche Software vorhanden
ist. Das bedeutet nicht, dass alle Anwendungssoftware für diesen Einsatzzweck
auch frei und offen sein muss.
Die zur Zeit für das Grundschulalter verfügbare Software läuft vorwiegend nur
auf Windowssystemen. Die Vorteile, die das freie Betriebssystem
Linux bietet, können damit in Grundschulen auf den
Arbeitsplätzen der Schüler nicht genutzt werden.
Ziel diese Projektes ist es daher, vorhandene und zukünftige Software für
das Grundschulalter auch unter Linux verfügbar zu machen.
Grundsätzliche Überlegungen zur "Software in Schulen" sowie zur
Netzwerkfähigkeit dieser Software hat Andreas Rittershofer
angestellt:
Was könnte getan werden?
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Sammlung der Programme, die schon vorhanden sind (mit Quellenangabe)
Für diesen Zweck haben wir in unserem Bereich "Lernen+Entdecken"
eine entsprechende Seite eingerichtet ->Linux in der
Schule: Linux Software für das Grundschulalter
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Herausfinden, welche Programme für das Grundschulalter überhaupt verfügbar
sind, um dann diejenigen herauszufiltern, die als erste portiert werden
sollten.
Dies dürften die Programme sein, die am meisten genutzt werden, und die, die
pädagogisch besonders sinnvoll erscheinen.
Wenn aufwendig portiert werden muss, dann sollte Portierung in eine
betriebssystemssystem-unabhängige Form erfolgen.
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Die Hersteller anschreiben, ob schon portiert ist, wann/unter
welchen Voraussetzungen portiert wird.
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Herausfinden, wie die gefundenen Programme portiert werden könnten.
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Herausfinden, welche der gefundenen Programme unter dem Emulator wine lauffähig sind.
Hilfreich wäre zu wissen, wann/warum es Probleme gibt, wenn Programme
nicht unter
wine laufen wollen. Mit diesem Wissen
könnte man die Programme herausfiltern, die als erste getestet werden
sollten - wegen der besseren Erfolgsaussichten.
Erste Informationen zu diesem Thema:
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Hilfsaufgaben: Der Emulator wine muss leicht
verfügbar sein.
Das heißt:
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Installation und Bedienung müssen einfach sein.
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wine muss so verbessert werden, dass möglichst
viele dieser Programme nutzbar werden.
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Herausfinden, welche der gerne/überhaupt eingesetzten Programme Freeware
oder Shareware sind. Ansprechen der Autoren, ob eine Portierung denkbar ist,
unterstützt werden kann, erlaubt wird.
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Herausfinden, wie Programme am besten betriebssystemunabhängig geschrieben
werden.
Zum Beispiel: Welche Entwicklungswerkzeuge sind geeignet?
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Herausfinden, wer Programme betriebssystemunabhängig schreibt:
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Herausfinden, wie Programme, portiert werden können:
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Mit Autoren/Verlagen sprechen, Programme betriebssystemunabhängig zu schreiben.
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Autoren/Verlagen anbieten, die strategisch besonders wichtigen Programme zu
portieren.
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Geldbeschaffung, um Portieren lassen zu können
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Freiwillige und Studenten anheuern, die portieren oder neu schreiben
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Adressen sammeln von Firmen, die Schulsoftware vertreiben, um
diese (später) über Software informieren zu können:
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Adressen von Grundschulen sammeln, die vielleicht zur Zusammenarbeit
motiviert werden könnten:
Edutainment = der Nachmittagsmarkt
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Nachmittags-Lernsoftware:
Daddelsoftware mit viel Brimborium die vom Kern
der Materie eher ablenkt, nur dazu da, den Schüler
am Programm zu halten. Sicher nützlich in der
konkreten Situation, wo niemand da ist, der den
Fortgang des Lernens kontrolliert. Da zu hause
eine Single User Umgebung vorliegt, ist es
natürlich, diese Software für Single User
Umgebungen (Windows) zu schreiben.
Schulsoftware:
Für den Gebrauch im Unterricht. Motivation nicht
erforderlich, dafür sorgt der Lehrer. Er muss
diese Software in den 45min Rythmus einbauen. Im
Regelfall wird es sich selten um reine "Software"
im Sinne von Programmen handeln. Meistens handelt
es sich um eine Mischung aus kleinen Progrämmchen,
Bildern und Daten. Meistens zur eigenen Verwendung
in eigenen Protokollen oder sonstigen Werken.
Es dürfte wohl besonders wichtig sein, dass
die Software nicht wie levelbasierte Spiele
eine Reihenfolge hat, sondern dass man auch
ohne grosse Kenntnisse alle Komponenten selbst
auswaehlen und gruppieren kann. Nur ein sehr
schlechter Lehrer richtet sich stur nach
Lehrplan. Gute Lehrer werden deshalb wohl nur
Software einsetzen, die sie als Werkzeugkasten
benutzen koennen. (Und nicht als
Assistenzlehrer, der seinen eigenen Lehrplan
hat...) Ich glaube, daran scheitert schon der
groesste Teil der Lernprogramme: Sie sind
nicht modular, sondern zwingen dem Anwender
ihren Lehrplan auf. Und da diese Programme
keinen Administrator kennen, ist der Lehrer
genauso eingeschraenkt, wie die Schueler und
erhaelt ein Werkzeug, das steif und unhandlich
ist, waehrend er doch eigentlich mehr
Flexibilitaet braeuchte. Wichtig ist auch,
dass der Lehrer (und nicht der Anwender)
entscheidet, welche Module in welcher
Reihenfolge und in welcher Zeitspanne zu
erledigen sind. Damit wird die Sache
allmaehlich *richtig* komplex. Idealerweise
laesst sich dass dann auch noch fuer jeden
Schueler einzeln einstellen... (Stephan Lahl)
Dr. Karl Sarnow
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-> Kriterien für netzwerkfähige (= systemunabhängige) Schulsoftware von
Andreas Rittershofer
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Anforderungen an Schulsoftware, die bei
Nachmittagssoftware fehlen:
- Leichte Installierbarkeit. Insbesondere wenn die
Netze wachsen, in der Übergangszeit inhomogene
Strukturen besitzen und eine lange Lebensdauer
erwartet wird gibt es wenig gegen HTML/JAVA/PHP
entgegenzusetzen.
HTML und PHP ok. Aber Java? Bei *dem* Chaos an
Inkompatibilitaeten zwischen den
JDK-Versionen, ihren nach Plattform
unterschiedlichen Bugs und dem unglaublichen
Resourcenverbrauch? Java ist nett, wenn es um
Firmendesktops geht. Hier spielen die
(Enterprise) Javabeans eine wichtige Rolle und
die Entwicklungsumgebungen fuer
Datenbankarbeiten sind recht gut. An den
Schulen sieht es aber etwas anders aus. Als
(downloadbare) Clientsoftware waeren hier wohl
eher Python oder TCL (*igitt*) geeignet. Aber
ich glaube, dass es praktischer ist, den
Schulen einen modernen Webapplicationserver zu
spendieren (1 GHz/Pentium wird der lokale
Intelflicker doch noch uebrig haben?), als
ueberhaupt *irgendwelche* Rechenlast fuer
Multimedia auf die Arbeitsplaetze zu ziehen.
Sosehr ich auch KDE mag, aber fuer den
Geldbeutel von Schulen duerften Webterminals
mit einem Server besser geeignet sein.(Stephan
Lahl)
- Plattformunabhängigkeit. Das Microsoft
Spielchen, alle Jahre neue Versionen
herauszubringen um Kunden abzuzocken können
Schulen nicht mitspielen. Besonders nicht nach
hohen Invesitionen in die Hardware. Die
Schulträger sind dann nämlich erschöpft. Ich habe
übrigens neulich das erste Mal von einem
Schulträger den (sehr vorsichtig formulierten)
Wunsch gehört, dass Schulen bitte auf Linux
umstellen mögen. Und wer weiss was die nächste
Hardwaregeneration bringt?
- Nutzbarkeit in eigenen Werken. Das Material muss
auch lizenzmäßig so ausgerichtet sein, dass
Schüler die Materialien als Steinbrüche für eigene
Arbeiten verwenden können. Ganz toll ist diese
Idee bei Geonet realisiert. Das Potential ist noch
nicht einmal angekratzt.
Selbstverstaendlich Free SW (GPL). Ich arbeite
zu Hause nur umsonst und kostenfrei (das Erste
ist absichtlich zweideutig :). (Roman Fietze)
Die Lizenz ist das eine, die Technik das
andere. Ich glaube, wenn die Software aehnlich
strukturiert wird wie die C++ STL, sieht es
recht gut aus: alle Datentypen und
Alghorithmen sind einzeln wiederverwendbar.
Wenn dass dann noch in einer (relativ)
einfachen Sprache wie Python, (Object)Pascal
(Ada?) oder Lisp gemacht wird, haben die
Schueler auch eine Chance, dass Ganze
auszuschlachten. (Stephan Lahl)
- Individualität. Schule als Multiuserumgebung
muss darauf wertlegen, daß die individuelle
Lernumgebung erhalten bleibt. Also muss das
Unterrichtsmaterial so zur Verfügung gestellt
werden, daß die Ergebnisse dennoch indivduell
erkennbar, d.h. beurteilbar bleiben.
Soweit dies in den ersten Klassen von
Bedeutung und erwuenscht ist. Man kann das
Arbeiten mit Rechnern auch als Teamwork bzw.
Gruppenarbeit sehen, wie z.B. ein
Mannschaftspiel im Sport. (Roman Fietze)
Dr. Karl Sarnow
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