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Anforderungen an Schulserver
 
Thematisch geordneter Auszug aus der "Richtlinie für standardisierte Server an Berliner Schulen"
 
(Anhang 4, Anl. 2, eEducation Masterplan Berlin, 2005)
 

Bearbeiter:  K-D Bombei, BICS

 
 
Inhaltsübersicht
 
1  Zielvorgaben
 
2  Vorwort
 
3  Dienste
 
3.1  Dienste - Netzwerk lokal
 
3.2  Dienste - Internet Netzwerk
 
3.3  Dienste - Benutzer
 
3.4 Dienste - Lehrer-Unterstützung
 
3.5  Dienste - Systemverwaltung
 
3.6  Dienste - Clientverwaltung
 
4  Software
 
5  Installation
 
6  Dokumentation
 
7  Schulung, Einweisung
 
8  Wartung
 
 
 
1  Zielvorgaben
 
Gesichtspunkte zur Entwicklung von standardisierten Serversystemen:
  1. Server für die Schulen müssen preiswert sein
  2. Server müssen vor Ort äußerst wartungsarm sein
  3.  
  4. Die Administration vor Ort muss auf das Notwendigste beschränkt werden können
  5.  
  6. Das Serversystem muss dem Stand der Technik entsprechen
  7.  
  8. Server und Schulnetz müssen bei fehlender Anbindung ans Internet voll funktionsfähig sein
  9.  
  10. Die Berücksichtigung aller rechtlichen Aspekte beim Einsatz der Server muss garantiert werden
  11.  
  12. Die Übereinstimmung mit anderen Richtlinien des SenBJS, z. B. mit der Vernetzungsrichtlinie, muss gegeben sein
  13.  
  14. Der Server muss ohne Eingriff durch Schulexperten sicher zu betreiben sein. Ggf. regelmäßig erforderliche Wartungsarbeiten per Fernwartung.
 
 
2  Vorwort
 
Die Ausschreibung für Berliner Schulserver umfasst Hard- und Software, sowie Dienstleistungen, die die unterrichtliche Arbeit der SchülerInnen und LehrerInnen im Intra- und Internet unterstützt.
 
 
3  Dienste
 
 
3.1  Dienste - Netzwerk lokal
 
  1. Der Diensteserver muss für Verzeichnisdienst und Benutzerverwaltung und für das Einfügen von Verzeichnissen und Dateien in die Verzeichnisstruktur eine definierte und dokumentierte Schnittstelle bieten. Diese Schnittstelle muss die Einbindung von "Unterrichtsservern" ermöglicht, die vollständig in Lehrerverantwortung betrieben werden.
  2.  
  3. Der Diensteserver muss Dateidienste (Homeverzeichnisse, Daten- und Programmverzeichnisse) für alle Nutzer über das Netzwerk zur Verfügung stellen. Die transparente Einbindung von PCs mit MS Windows ab Windows 98SE und PCs mit Linux und MacOS-X ist nachzuweisen.
  4.  
  5. Der Diensteserver stellt den Usern eine einfache Verzeichnisstruktur entsprechend den Empfehlungen der Beschaffergruppe in einem Dateibaum und als Netzlaufwerke bereit.
  6.  
  7. Netzwerkdrucker-Verwaltung durch LehrerInnen.
       
    1. Für die Nutzung der Drucker müssen Rechte und Quotas zu vergeben sein
    2.  
    3. Die Nutzung der Druckerdienste sollte persönlich abgerechnet werden können (Budgetierung).
    4.  
    5. Zuordnung Arbeitsplatz / Drucker
    6.  
    7. Raumweises Freischalten der Drucker
    8.  
    9. Löschen (aller) Server-Druckerwarteschlangen
  8.  
  9. Zeitserver
  10.  
  11. DNS, DHCP, ...
     
    • Alle Schülerrechner beziehen anhand ihrer MAC-Adresse die zum Betrieb notwendigen Netzwerkinformationen.
  12.  
  13. Learn- und Content-Management-System mit Konfigurationsmöglichkeit durch die Schule, web-basiert, mit der Möglichkeit, Systembenutzer zu integrieren.
     
    • Es soll weitgehend auf typische Bedürfnisse von Schulen vorkonfiguriert sein und die Arbeit in der Schule durch Foren, Gruppen- oder Lernplattformen, Wiki, Kalender oder ähnliche Funktionalitäten unterstützen oder dem Systemverwalter ermöglichen, entsprechende Software, auch PHP, einzusetzen.
     
    1. Schulportal
    2.  
    3. Vorkonfigurierte Bereiche
       
      • Terminplaner (Kalender)
      •  
      • Plan Lehrer-Klasse
      •  
      • Plan Lehrer-Raum
      •  
      • Plan Klasse Raum
      •  
      • aktuelle Informationen
      •  
      • Fotoalbum
      •  
      • Schulleitung
      •  
      • Schülersprecher
      •  
      • Förderverein
      •  
      • AGs und Sportgruppen
    4.  
    5. Wiki, kooperatives Erstellen von Internet- und Intranetseiten ohne HTML
    6.  
    7. WebMailer
  14.  
  15. Integration schulischer Mehrwertdienste (s.7. und: Streaming- und CD-Server etc.)
  16.  
  17. Anwendungsserver für Schulsoftware, soweit diese netzfähig ist.
  18.  
  19. ggf. Routing mehrerer Schulnetze, ggf. abgetrenntes Verwaltungsnetz
  20.  
  21. ggf. Terminalbetrieb, evtl. über andere Server
 
 
3.2  Dienste - Internet Netzwerk
 
  1. DSL-Anbindung
  2.  
  3. für besondere Gegebenheiten evtl. ISDN-Zugang
  4.  
  5. Der Zugang zu unzulässigen Inhalten des Internets (Jugendschutzgesetz) über das Schulnetz ist zu verhindern. Die Technik der Filterung muss:
       
    • automatisch aufdatierte Positiv- und Negativlisten nutzen.
    •  
    • durch den lokalen Verantwortlichen (einfach!) erweiterbar und durch jeden Lehrer zu- und abschaltbar sein.
    •  
    • administrierbare Web-Filter auch halbautomatisch aktualisierbar
  6.  
  7. Die Zugangsberechtigung zum Internet und die Filterung müssen nach vorhandenen Rechner- und Benutzerlisten über ein Interface steuerbar sein.
       
    • Steuerung des Internetzugriffes durch LehrerInnen (nach User, Gruppen und Raum skalierte Möglichkeiten)
    •  
    • Den lokalen Verantwortlichen müssen Informationen über sicherheitsrelevante Aktivitäten der Netzwerknutzer über geeignete Interfaces zugänglich gemacht werden.
  8.  
  9. E-Mail
       
    1. Der Server ruft E-Mail per uucp oder POP ab und hält sie für Ben. bereit
    2.  
    3. Virenscanner und Spamfilter für E-Mails
    4.  
    5. Größenbegrenzung von E-Mail
         
      • Einstellung einer Maximalgröße z. B. 1 MB
      •  
      • Begrenzung von Attachmentgröße und -typ (z. B. nur txt, pdf, rtf)
    6.  
    7. Mailabruf von zu Hause
 
 
3.3  Dienste - Benutzer
 
-> siehe auch:  "Struktur und Funktionalität von Schulserver-Bedienoberflächen"
 
  1. Alle Schüler/innen und Lehrer/innen sollen auch ohne tief greifende informatische Kenntnisse in der Lage sein, das Netz zu nutzen.
  2.  
  3. Der Zugang zum System und zum Internet muss mit einem Minimum an Anmeldungen möglich sein.
  4.  
  5. Die Benutzer können einfach ihr eigenes Passwort ändern
  6.  
  7. Vom Benutzer gewählte Passwörter müssen auf Sicherheit geprüft werden. Der Sicherheitslevel sollte entsprechend den Sicherheitserfordernissen der Schule wählbar sein.
  8.  
  9. Jeder Nutzer braucht einen eigenen Account (zur Nutzung eines Computers lokal und im Netz muss sich jeder Nutzer mit einem eigenen Account anmelden)
  10.  
  11. Jeder Computernutzer findet, egal an welchem Platz er sitzt (Rechnertyp, Betriebssystem), in etwa gleiche Verhältnisse vor.
  12.  
  13. Passworte werden bei Eingabe nicht im Klartext ausgegeben
  14.  
  15. Passwort Eingabe erzeugt keinerlei Ausgaben
  16.  
  17. Nach Anmeldung Standort im oder Verbindung mit Heimatverzeichnis
  18.  
  19. Feste Laufwerkszuordnung der Standardverzeichnisse - (Heimat-, Gruppen- und Tauschverzeichnisse)
  20.  
  21. Hilfsmittel und Strukturen zum unkomplizierten Austausch von Dateien
  22.  
  23. Lehrer an Schüler - Schüler an Lehrer - Schüler an Schüler - Lehrer an Lehrer
  24.  
  25. Zugriff auf persönliches Datenmedium für Schüler, jedoch kontrollierbar durch die Lehrer
  26.  
  27. Differenzierte Benutzerrechte - Schüler sieht nur Mitschüler seiner Klasse
  28.  
  29. Benutzerverwaltung
       
    1. Benutzer müssen über ein Interface einzeln oder im Stapelbetrieb eingerichtet, gelöscht oder bearbeitet werden können.
    2.  
    3. Nutzer bekommen ein zufälliges oder frei wählbares Initialpasswort.
    4.  
    5. Die Migration vorhandener Nutzer ist zu ermöglichen.
    6.  
    7. Wie einfach können größere Mengen von Nutzern angelegt werden?
         
      • aus Klassenlisten
      •  
      • aus Schulliste
      •  
      • mittels Maus und Drag n Drop
      •  
      • mittels Kartenlesegerät (elekronischer Schülerausweis)
    8.  
    9. Können Schülernamen Umlaute enthalten?
    10.  
    11. Sonderzeichen in Namenliste zulässig?
    12.  
    13. Verhalten, wenn Schüler oder UID schon vorhanden?
    14.  
    15. Verwaltung der Schüler klassenweise + gruppenweise (z. B. löschen)
         
      1. Schulliste zu Beginn des neuen Schuljahres ändert nur die Klassen und fügt unbekannte Schüler hinzu
      2.  
      3. Inhalte der User-Home-Verzeichnisse bleiben "bei Versetzung" erhalten
      4.  
      5. Verschiebung eines Schülers in andere Klasse
      6.  
      7. Einfach Gruppen umbenennen (Jahresende/Versetzung)
      8.  
      9. Suchfunktionen für Schüler und Klassen (wichtig für große Schulen)
      10.  
      11. Ausdruck von (Klassen-) Benutzernamenlisten mit Passwort
 
 
3.4 Dienste - Lehrer-Unterstützung
 
Alle u.g. Lehrerverwaltungstätigkeiten müssen ohne Systemverwaltungszugang (superuser-passwort) möglich sein!
 
  1. Lehrer verwaltet seine Schüler
       
    1. Löschen von Druckaufträgen
    2.  
    3. Vergabe neuer Passworte, wenn vergessen
    4.  
    5. Ordnet sie seinen Gruppen zu
    6.  
    7. Steuerung des Internetzugriffes nach User, Gruppen und Raum skaliert
  2.  
  3. Ergonomische, intuitive Verwaltungsoberflächen
     
    • Verwaltungsoberfläche der Lehrer auch für unerfahrene Lehrkräfte verständlich
    •  
    • ausschließlich deutschsprachige Menüführungen
    •  
    • Hilfetexte für Lehrer
  4.  
  5. Hilfsmittel und Strukturen zum unkomplizierten Austausch von Dateien
     
    • Lehrer an Schüler
    •  
    • Schüler an Lehrer
    •  
    • Schüler an Schüler
    •  
    • Lehrer an Lehrer
  6.  
  7. Zugriff auf persönliches Datenmedium für Lehrer; für Schüler jedoch kontrollierbar durch die Lehrer
  8.  
  9. Klassenarbeitsumgebung einstellbar (muss sicherstellen, dass Schüler/innen nicht voneinander abschreiben)
  10.  
  11. Einsammeln und Ausgeben von Klassenarbeiten
  12.  
  13. Zugriff auf Schülerverzeichnisse durch Lehrkräfte
  14.  
  15. Vor Schüler- und Kollegenblicken sichere Umgebung für Lehrer
  16.  
  17. Remote-Administration über Internet
  18.  
  19. Lehrer stellen von zu Hause Unterrichtsmaterial für ihre Klassen bereit
 
 
3.5  Dienste - Systemverwaltung
 
  1. Die Serverkonfiguration und dessen Dienste müssen transparent und zwecks Lastverteilung skalierbar sein
  2.  
  3. vollständige Integration schulischer heterogener Serverstrukturen (MS-Server, Terminalserver, Unix-Server und Datenbankserver...)
  4.  
  5. durchgängige multilinguale Unterstützung in allen Applikationen
  6.  
  7. einheitliche grafische deutschsprachige Bedienung und Administration
  8.  
  9. Möglichkeiten einer kommandozeilenorientierten Bedienung
  10.  
  11. Serverbasierter Virenschutz
  12.  
  13. Remote-Administration und Ferndiagnose
  14.  
  15. Management der Clients im Netzwerk mit Inventarisierung-, Diagnose- und Updatefähigkeiten sowie Softwareverteilung
  16.  
  17. Server Backup- / Restore-Möglichkeiten
       
    1. getrennte Sicherung für System- und Benutzerdaten
    2.  
    3. schnelle Wiederherstellung eines lauffähigen Systems und der Benutzerdaten
    4.  
    5. Eine Sicherung der Nutzerdaten (alle Daten, die nach der Auslieferung hinzukommen) muss zu bestimmten Zeitpunkten unbeaufsichtigt und automatisch auf einem geeigneten Medium erfolgen.
 
 
3.6  Dienste - Clientverwaltung
 
  1. Einfache Registrierung neuer Clients
  2.  
  3. Client Backup- / Restore-Möglichkeiten sowie Softwareverteilung
 
 
4  Software
 
  1. Server-Lizenzen
       
    1. unlimitierte BS-Lizenzen
    2.  
    3. Anti-Viren-SW-Lizenzen mit Updatelizenzen f. 3 Jahre
  2.  
  3. Client-Lizenzen
       
    1. unlimitierte Clientlizenzen für alle Serverdienste
    2. weitere APC ohne Kosten anschl.
  4.  
  5. Updates online
       
    • Die Sicherheit des Systems muss unabhängigen Tests unterliegen, bekannt gewordene Sicherheitslücken müssen umgehend automatisch oder auf Nachfrage geschlossen werden.
 
 
Installation
 
  1. Server
  2.  
  3. Dienste
  4.  
  5. Client Einbindung
    Einbindung vorhandener schulischer Clientrechner (MS-Windows 98SE bis MS Windows XP, Linux-Clients und Mac-Computer)
 
 
6  Dokumentation
 
Deutsche Dokumente, weitestgehend Druckerzeugnisse für
  1. Admin
       
    • Dokumentation zur Wartung und zur Sicherstellung des laufenden Betriebes.
         
      1. Angaben über Hardware-Komponenten in Stücklistenform inkl. Dokumentation der Seriennummer
      2.  
      3. Ausdruck der Konfigurations-Dateien
      4.  
      5. Passworte in dokumentierter Form
      6.  
      7. Kurzfassung aller notwendigen Verwaltungstätigkeiten mit Fundort im Handbuch
  2.  
  3. Benutzer (Lehrer)
       
    • Die Benutzeranleitung vermittelt alle zum Umgang mit dem System im Unterricht notwendigen Kenntnisse in übersichtlicher Form.
  4.  
  5. online aktuell, zB FAQ
       
    • Technisches und didaktisches Begleitmaterial sowie eine FAQ sind bereit zu stellen und über das Internet zu aktualisieren.
 
 
7  Schulung, Einweisung
 
  1. mind. je einen Tag für Admin, für Benutzer (LehrerInnen)
  2.  
  3. online-Hilfen FAQ, Forum, s.o.
  4.  
  5. Hotline (Ortstarif)
 
 
8  Wartung
 
  1. 5 Jahre rundum vor Ort bzw. per Fernwartung und nur in Notfällen vor Ort
     
  2. Sicherheits- und Aktualisierungsupdates kostenfrei für 5 Jahre]
     
  3. Bei Bedarf muss die Übernahme aller Server-Sicherheits- und Benutzer-Pflege-Tätigkeiten per Fernwartung für 5 Jahre angeboten werden
 
 

 
Ergänzende Hinweise bitte an:  Hans-Josef Heck     -  hjh"@antispam at"mail.fsub.de