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Thin Clients - Ein Plädoyer
 
Seit Beginn der Ausstattung der Schulen mit Computern ist es gängige Praxis, Einzelplatzrechner anzuschaffen. Das bedeutet, dass auf jedem Arbeitsplatz alle Software installiert und konfiguriert werden muss.
 
Die mit diesem Konzept verbundene Wartungs- und Verwaltungsarbeit steigt mit jedem Arbeitsplatz mehr als linear.
 
Dieses Konzept ist aus Not und Unwissenheit geboren worden. Aus Not, weil nicht genügend Gelder zu Verfügung standen, um Mehrbenutzersysteme zu installieren, und aus Unwissenheit, weil die Aufgabe der Beschaffung von Personen zu leisten war, deren Qualifikation höchstens darauf beruhte, dass sie privat einen solchen Einzelplatzrechner besaßen und sich das Wissen über den Umgang mit diesem Gerät selbst erarbeiten mussten, ein langer Weg des Versuchs und Irrtums in einer sich ständig verändernden Umwelt.
 
In der Wirtschaft waren Mehrbenutzersysteme eine Selbstverständlichkeit. Die Sachbearbeiter saßen Terminals, die nur für die Ein- und Ausgabe zuständig waren. Die Verarbeitung der Daten fand auf einen Zentralrechner (Server) statt.
 
Die Folge dieser Investitionspolitik ist, dass reine Schulsoftware vorwiegend für das Einzelplatzsystem "Windows" zur Verfügung steht. Die nun bevorstehende "flächendeckende" Ausstattung der Schulen mit Computern droht damit in eine Richtung gedrängt zu werden, die in Ihrer Konsequenz zu einem Zusammenbruch des computergestützten Unterrichts in Schulen führen wird. Warum?
 
Wenn weiterhin Einzelplatzrechner angeschafft werden, bedeutet dies nicht nur eine Vergeudung der jetzt zur Verfügung stehenden Gelder, sondern auch eine zeitliche Belastung der mit der Wartung und Verwaltung beauftragten Lehrer, die physisch nicht mehr zu bewältigen ist.
 
Die Situation der Lehrer ist seit Anbeginn der Computerisierung der Schulen dadurch gekennzeichnet, dass es weder fachlich ausgebildete Lehrer gibt, noch die erforderliche Aus- und Fortbildung von den Ländern geleistet wird. Das notwendige Wissen erarbeiten sich die betroffenen Kollegen seit nun mehr drei Jahrzehnten in ihrer Freizeit. Darüberhinaus gibt es für die Beschaffung, Installation, Wartung und Verwaltung der Schulcomputer kaum Entlastungsstunden, das heißt, auch diese Arbeit findet größtenteils in der Freizeit dieser Kollegen statt.
 
Diese Situation zu ändern, würde ungeheure Mengen an Geld kosten. Aber selbst wenn dieses zur Verfügung stände, wären die erforderlichen Ausbildungskapazitäten gar nicht vorhanden. Die Gelder, die jetzt zur Verfügung stehen, sind vorwiegend gedacht zur Ausstattung der Schulen mit Hardware. Damit diese Investitionen aber sinnvoll - das heißt unterrichtswirksam - werden können, brauchen wir die heute schon überlasteten Lehrer, die die Systeme verwalten.
 
Daher ist die Erfüllung folgender Bedingungen eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Investition:
  • Es ist ein Konzept zu finden, dass die Wartungs- und Verwaltungsarbeit der Schulrechnerlandschaft soweit wie nur möglich minimiert.
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  • Diese Situation sollte so langzeitstabil wie möglich sein.
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    Aus dem Vorgesagtem geht klar hervor, dass die Anschaffung von Einzelplatzsystemen ausgeschlossen werden muss. Die Arbeitsplatzrechner dürfen, nachdem sie einmal aufgestellt und an den Zentralrechner angeschlossen worden sind, keine weitere Arbeit verursachen. Alle Software befindet sich genau einmal auf dem Zentralrechner. Das, was sich an Software auf den Arbeitsplatzrechner befinden muss, kann vom Zentralrechner aus ferngewartet werden.
     
    Die Lösung heißt Thin Client. Der Client, also die Arbeitplatzrechner, ist "schlank", weil er keine Festplatte, kein Sicherungslaufwerke und kein Installationslaufwerk benötigt. Statt vom "Thin Client" spricht man auch vom "NetPC", "Network Computer (NC)" oder einfach vom "schlanken Arbeitsplatzrechner".
     
    Diese Lösung ist nicht nur preisgünstig, sie läßt sich auch mit wenig zusätzlichem Arbeits- und Finanzaufwand erweitern.
     
    Und sie hat Langzeitvorteile:
  • Ein preiswerter Arbeitsplatzrechner kann leichter an den technischen Fortschritt angepasst werden als komplette, teuere Einzelplatzsysteme.
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  • Die Aufrüstung der Server wird für alle Arbeitsplatzrechner wirksam.
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    Die Server und alle Arbeitsplatzrechner benötigen ein Betriebssystem, also eine Software, die es möglich macht, Anwendungsprogramme zu fahren. Und für dieses Betriebssystem gelten natürlich die gleichen Forderungen wie oben:
  • Es soll relativ leicht zu bedienen und zu warten sein;
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  • es so stabil wie nur irgendmöglich sein, damit die laufende Arbeit nicht unterbrochen wird und das System neu hochgefahren werden muss;
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  • es soll preiswert, möglichst kostenlos sein;
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  • es soll langzeitstabil, also zukunftstauglich sein, damit das Verwaltungswissen nicht immer neu erworben werden muss.
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    Alle diese Forderungen erfüllt heute nur ein Betriebssystem, nämlich Linux.
     

     
    Ergänzende Hinweise bitte an:    Hans-Josef Heck     -  hjh"@antispam at"mail.fsub.de